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Das Malaysia Projekt ist ein Kooperationsprojekt des Mannheimer Schlagwerks und des UiTM Percussion-Ensemble der Universiti Teknologi Mara, Malaysia

Junge Musiker aus Kuala Lumpur, Malaysia zu Gast beim Mannheimer Schlagwerk.

Sonntag, 4.12.2016 – 11 Uhr Kammermusiksaal Musikhochschule Mannheim, N7,17 Eintritt frei

Leitung: Max Riefer

Workshop und Konzert

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Max Riefer – Lehrstuhl für Percussion an der UiTM Kuala Lumpur

Mit diesem Workshop und Konzert, gemeinsam mit Studierenden aus Kuala Lumpur (Malaysia), setzt das Mannheimer Schlagwerk die Begegnungen mit außereuropäischer Kunst und Musik, aber auch vor allem mit fremden und anderen Kulturen und Menschen fort. Zehn Studierende der “Universiti Teknologi Mara Selangor, Faculty of Music” (Ltg. Max Riefer) und Studierende der Schlagzeugklasse von Prof. Dennis Kuhn der Mannheimer Musikhochschule arbeiten drei Tage lang gemeinsam an einem interkulturellen Projekt, bei dem traditionelle malaysische Musik auf Werke der klassischen Schlagzeugliteratur trifft.

UiTM Ensemble

Das UiTM Ensemble (UPE) wurde 2015 vom Leiter der Schlagzeugabteilung der UTM Faculty of Music Selangor (Malaysia), Maximilian Riefer, gegründet. Trotz seiner noch recht jungen Existenz konnte das Ensemble u.a. durch sein erstes Jahreskonzert 2016 in Kuala Lumpur oder durch die Teilnahme am internationalen Festival „Gongs & Skins“ in Myanmar auf sich aufmerksam machen.

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Das UiTM-Ensemble von Max Riefer aus Kuala Lumpur, Malaysia

Im Dezember 2016 findet das „International Malaysian Contemporary Percussion Festival“ statt, bei welchem UiTM als Gastgeber auftritt.
Das Repertoire besteht einerseits aus den Klassikern der Schlagzeug-Ensemble-Literatur, andererseits beauftragen die Musiker malaysische und südostasiatische Komponisten, um einen Beitrag zum Aufbau der Schlagzeug-Szene in der Region zu leisten.

Zu den Mitgliedern des UiTM Percussion Ensemble zählen aktuell: Arina Syahira, Amirul Asyraf, Aris Huzaimi, Putera Naquiddin, Amirul Zainol, Haziq Alias, Haziq Kaguin, Samnirul Samat, Faiz Wahab, Amin Azmi.

Programm des Malaysia Workshopkonzertes:

Hana Yoo “NORI“ (2014, rev. 2016) von ChoiJeongHun (* 1971)

…ist koreanisch und bedeutet „Kinderspiel“. Am Anfang des Stückes erklingt die Melodie eines koreanischen Kinderlieds, welches beim Versteckspiel “Sum-Ba-Kok-Zil“ gesungen wird. In „NORI“ bildet diese Melodie das musikalische Grundmaterial. Im Verlaufe wird der Grundrhythmus der Melodie durch verschiedene Klangparametern entwickelt, mit dem Resultat, dass die vier Stimmen gegeneinander in horizontalen, vertikalen und kontrapunktischen Bewegungen verlaufen. (Choi Jeong Hun)

Traditionelle Malaysische Musik – Zapin und Dikir Barat Zapin

ist eine traditionelle Tanzmusik der Region Johor, Malaysia. Zapin wird normalerweise von traditionellen „Samrah“-Liedern begleitet, welche von Violinen, Marwas und Oud gespielt werden. Es gibt keine festgelegte Struktur des Tanzes, die Anordnung der Elemente wird durch Kommunikation zwischen den Ausführenden während der Präsentation entschieden. Dikir Barat ist eine traditionelle malaysische Musik-Theaterform, welche in den Staaten Kelantan (Nord-Malaysia) und Patani (Sued-Thailand) entstanden ist, welche der Unterhaltung dient und traditionell bei Erntedankfesten oder Hochzeiten aufgeführt wird. Vordergründig behandeln die Themen Situationen des alltäglichen Lebens, welche in einem komödiantischen Kontext präsentiert werden, hintergründig jedoch geht es meistens um politische und soziale Probleme.

„…als berührte ein Genie mit 1000 Armen zerstreut ein Xylophon“ (2016) von Max Riefer (*1983)

…ist ein Trio für Becken und Live-Elektronik, welches bei Bedarf bis zu sechs Spieler erweitert werden kann. Gewidmet ist das Werk dem UTM Percussion Ensemble (Malaysia), welches die Uraufführung im Rahmen des Festivals „Gongs & Skins“ in Yangon, Myanmar im Juli 2016 spielte. Im Gegensatz zu anderen Kompositionen, bei denen die Live-Elektronik die Struktur und die Klanggestaltung bestimmt, tritt sie in „…als berührte ein Genie mit 1ooo Armen zerstreut ein Xylophon“ als flexibler Kammermusikpartner der Beckenspieler auf, welcher auf spontane musikalische Entscheidungen jener reagieren muss. (Quelle: Max Riefer)

Fast for mallet sextet, Mvt. II & III (2015) von Tim Brady (*1956)

Sehr schnelle Musik erfordert den Einsatz des “Muskelgedächtnis” als grundlegendes Mittel – Skalen, Tonwiederholungen und kleine, repetitive rhythmische Zellen: Dinge, die jeder Musiker Millionen Mal geübt hat. Aber wer will schon 15 Minuten lang nur Skalen hören? Ich nicht! Also musste ich als Komponist, einen Weg finden, eine Art “Hörillusion” zu erschaffen: Die Musik sollte klingen als würde sie sich vorwärts bewegen, ändern und weiterentwickeln – die Spieler jedoch müssen diese mit einfachen, physischen Schlagzeugfiguren fühlen Und ausführen können. Lassen Sie mich wissen, ob es funktioniert. (Quelle: T. Brady)

Ionisation für 13 Schlagzeuger (1931) von Edgard Varèse (1983-1965)

Der Titel ist nicht zufällig gewählt: so wie Moleküle ionisieren, variieren die musikalischen „Zellen“. Neben physikalischen Phänomenen nannte Varèse auch die futuristischen Künstler Luigi Russolo und Filippo Tommaso Marinetti als Einflüsse für dieses Werk. Die musikalische Wirkung entsteht durch das sensible und kontrastreiche Zusammenspiel der Instrumente. So gibt es Perkussionsinstrumente ohne feste Stimmung (große Trommel, kleine Trommel, Becken), gestimmte Instrumente wie Klavier und Röhrenglocken, und Instrumente, die eine bewegliche Stimmung haben (Sirene, Löwengebrüll). Es entsteht ein komplexes Gefüge von verschiedenen Rhythmen und Timbres. (Quelle: Wikipedia)